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Hotelbewertung

Wasserschloss Mellenthin

Ein Reisebericht von Herrn Friedrich aus Wittenberg

ein KurzurlauberDas sturmfreie Pfingstwochenende in schöner Umgebung, fern der Heimat und des Alltagstrotts, zu genießen war es an uns - wir wurden bei Kurzurlaub.de fündig. Sehr angetan waren wir, welch Freundlichkeit von der netten Dame am Telefon ausging. Wir buchten das Romantik-Wochenende. Sehr professionell und hingebungsvoll herzlich hat die Dame von Kurzurlaub.de sich für uns verwendet. Nochmals an dieser Stelle Dank dafür. Wir verfügten uns also nach dem Wasserschloss Mellenthin, allein Usedom schien entfernungsmäßig den Alltag genug auf Abstand zu halten. Die Anreise schien ob der Bundesstraße, die viele Orte durchschnitt und beharrlich andere Besucher einer Perlenschnur gleich aufreihte, beschwerlich. Am Wegesrand installierte Raubritter der Moderne fordern zuweilen Wegezoll.

Historisches Schloss

Zufahrt zum SchlossDas Schloss selbst gibt sich pittoresk und wie aus einem Märchenfilm entsprungen. Fast erfreut es sich daran, dass es in eine so malerisch wie zuweilen windige Landschaft gebettet ist. Es liegt in einer tellerähnlichen Tiefe, in einem schönen Wiesengrunde, rings von fruchtbaren sanften Anhöhen umgeben. Diese Landschaft musste ein Schloss herbeilocken, und so stößt es einem, gut ausgeschildert, sogleich entgegen. Eine für einen Wagen ohne Pferdegespann sehr ambitionierte Allee geleitet den Besucher schnurstracks zum Schloss. Flugs lässt sich erahnen, was auf den Gast wartet, der es ohne Brückenzoll zu entrichten ins Hotel schafft, das sich in einem Seitenflügel des Schlosses eingerichtet hat - mit Charme und pfiffiger Dekoration. Die Götter schienen uns hold, und wir dankten den Eingebungen, die uns hierher geführt hatten. Die Wolken, spärlich den Himmel benetzend, gaben sich wenig Mühe die Sonne bei ihrer Arbeit zu verdecken, allein das waren schon gute Anzeichen. Trotzdem das Hotel gut gefüllt erschien, die Gäste verteilten sich auf dem Gelände und wohl auch auf Usedom. Was man unbedingt vermeiden sollte ist, die dort angebotenen Waffeln nicht gekostet zu haben. Ein Fauxpas, reiste man, ohne die vor Ort produzierten Dinge, wie Brot, Waffeln und auch Bier gekostet zu haben, ab. Die Bediensteten waren, traditionell verpflichtet, sehr zuvorkommend, ausnehmend freundlich und auf ihre Art graziös.

Brückenzoll und Wassergraben

HoteleingangUnser Zimmer war groß, mit Vorhängen, die das Tageslicht auszusperren in der Lage, und ein großes Bett in Gesäßhöhe, aus dem man kaum wieder heraussteigen mochte. Sehr sauber, ein Bad mit einer großen Dusche, das von dem Zimmer abging, gehören hier auch erwähnt. Dass man den Strom mittels seiner Zugangskarte erst beim Betreten des Zimmers aktiviert, erscheint aufs Erste sperrig. Da wir aber mit zwei Karten ausstaffiert waren, kam alsbald Abhilfe in Sicht. Kleine Aufmerksamkeiten verzauberten uns, z.B. wird man mit „Willkommen auf Schloss Mellenthin!“ begrüßt, sobald man das Schlosstor passiert hat - oder den Brückenzoll Kircheentrichtet. Auch ist das Personal durchaus dem Ort und der Historie huldigend angemessen gekleidet. Man könnte sich fast in die Blütezeit der Gotik zurückgesetzt fühlen, stünden nicht dererlei neumodische Droschken auf dem Parkplatz vor dem Schloss. Wer es benötigt, findet auch ein drahtloses Internet, dessen Nutzung keinen Taler kostet. Den Gutshof rechts liegend lassend findet der Besucher in der örtlichen Kapelle Trost, der steifen Brise und der rustikalen Straßen wegen. Auch wurden dort die ehemaligen Schlossherren, als sie mit dem Tod abgingen, bestattet. Die Kirche thront trotzend in des Dorfes Mitte und ist nicht nur der alten Bäume wegen den Besuch wert. Sie stemmt sich so herrlich konsequent der Weltlichkeit entgegen. Der Ort selbst ist ehrlich und lässt den Besucher als Dorf auch in Ruhe. Mellenthin versucht erst gar nicht durch unnütze Abbiegungen zu verwirren. Dadurch waren wir in den Stand gesetzt, manches unseren Augen zu entdecken. Uns gibt es sehr schnell einen Begriff von jeder Gegend, wenn man sich zu Fuß aufrafft. Sturmfeste Gewänder im Hotel zurücklassend ist die Wanderschaft aber schnell verleidet. Von gesagtem Orte führt eine treffliche Chaussee ins Hinterland. Meister Adebar, wohnhaft im nahen Gut, teilt sich den Luftraum mit anderem Getier. Der natürliche Feind, der den Wassergraben und die nahen Weiher beschallenden selbstbewussten Frösche, scheint indes eher die angrenzende Gastronomie zu sein.

Dinieren wie am Hofe

Schloss-BrauereiEs gibt viele Thementage auf dem Schloss, die in meist eigens dafür passende Speisen münden. Und überhaupt - spätestens beim Einchecken in das Hotel sollte man seine Diätpläne und Weight-Watchers-Vorsätze gedanklich auf Heimreise entsenden. Das Essen, das dem Gast die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten lässt, allein schon ist die zuweilen beschwerliche Reise wert. Trotz aller Anstrengungen Schloss-Brauereikonnten wir uns beileibe nicht mehr erinnern, wann wir zuletzt derart deliziös und viel gegessen haben. Fast wäre das Bier, das wir uns zu den Speisen gönnten, ein Affront gewesen, wäre es nicht selbst gebraut. Der neuerliche Schlossherr ist gelernter Brauer. So kommt das Gersten, Hopfen und allerley anderen Zutaten abgerungene Gebräu so süffig-Waffelbäckereilecker daher, dass wir es für eine Schmach gehalten hätten, es nicht zu trinken. Wir wählten am ersten Tage das fürstliche Drei-Gänge-Menü. Der Leibesfülle wegen, die bei einer Wiederholung zu befürchten gewesen wäre, schlugen wir es am zweiten Tage aus, und statt seiner gaben wir einem Grillbuffet den Vorrang. Schweren Herzens, denn das Wildragout respektive der Garnelen allein schon wären genug Versuchung genug gewesen. Es ist zu hoffen, dass Im Schlossparkder Koch, der dieses Essen verantwortet, nie das Schloss verlasse und dem Gast immer solch vortreffliche Speisen zubereite. Das Essen war sehr frisch, alles andere wäre für den Anspruch, den die Leitung des Schlosses an sich liegt vermutlich inakzeptabel. Das indes kann dazu führen, dass der auf der Speisekarte herbeigesehnte Fisch, so denn er sich denn beharrlich-kokett dem Häscher entzieht, kurzerhand durch eine andere Delikatesse, die beim Fangen weniger störrisch war, ersetzt wird. Der geneigte Gast kann sein Essen, sicherlich derweilen abhängig von anderen Veranstaltungen, sowohl fürstlich auf dem dann für Fremde gesperrten Schlosshof, im Restaurant ebenso wie in der Brauerei einnehmen. Nicht verwehren sollte man, böte sich die Möglichkeit, im Wintergarten oder auf der Terrasse vor demselben sein Frühstück zu sich zu nehmen. Es war an uns, an unserem leider letzten Tag des Aufenthaltes auf eben dieser Terrasse, gewärmt und beschienen von der Sonne, das Frühstück einzunehmen und zu verweilen - das Leben könnte schlechter sein.

Die Welt der Erfindungen

SchlossparkEin kleiner Wellnessbereich rundete das Angebot ab, wir nutzten nur die Saunen, wo man unter sich blieb. Wem es beliebte, der konnte auch Massagen buchen. Bei schönem Wetter, das ausschliesslich uns gegönnt, sollte man auch in den das Schloss rahmenden Schlosspark seine Schritte lenken, es soll einem wohl bekommen. Moderate Preise und ein unvergleichliches Ambiente mögen der Grund für viele Einheimische denn Touristen sein, das Schloss zu frequentieren. So denn man mit einem Wagen Schloss am Abendangereist war, fand man unweit des Kleinods und auf halben Weg zur Ostsee (kurz vor Pugdala) linkerhand eine Ausstellung über die Welt der Erfindungen, deren Besuch uns viel Zeit abrang. Die den Korridor schmückenden Illustrationen können auf sehr anschauliche denn informative Art begeistern. Auf dem Weg zum Meer und flankiert von der durchaus sehenswerten Pugdalaer Bockwindmühle reihte man sich schnell in einen Konvoi vieler erholungsreifer Zeitgenossen ein. Die aus scheinbar nur zur Verwirrung Fremder aus unmenschlich vielen Einbahnstraßen bestehenden Seebäder sind schön, sagen auch alle, die dort wohnen. Welches man wählt ist - mit Verlaub - fast egal, sie unterscheiden sich nur marginal. Wer die Möglichkeit hat Drahtesel, die man - super leichtgängig oder auch ohne Akkuantrieb im Hotel entleihen kann, dem Wagen mitzuführen, ist bei der Parkplatzwahl flexibler und kann, ungeknechtet von den herrischen Einbahnstraßen, entspannt zur Promenade radeln.

Abschied mit Wehmut

SchlossparkDie Preise in den Seebädern waren sehr annehmbar, sogleich sie in den Ferien wahrscheinlich sprunghaft ansteigen könnten. Apropos: Wem es indes nach Tabak und Zigaretten gelüstete, für den ist ein Abstecher nach dem nahen Polen sicherlich nicht grundsätzlich unangebracht. Einmal unterwegs sollte man dennoch im Seebad KutschpferdeAhlbeck der Ostseetherme einen Besuch gönnen, nicht ohne vorher im Hotel die Ermäßigungskarte abgefordert zu haben. Mit etwas mehr Zeit und Vorkenntnissen kann man auch einen nahen Golfplatz nach seinen Gedünken nutzen, sodenn man im Hotel sich die Greenfee-Ermäßigung sichert. Wir genossen stattdessen lieber einen halben Tag am Meer, wo uns der Schutzgott des guten Wetters nicht finden konnte und wir nach einem kurzem, gewagten Bade, uns alsbald davonstahlen. Wir wollten, wir hätten die Zeit, da wir im Schloss weilten, anhalten können, wenn nicht gar zurückdrehen, aber ach, sie verging viel zu schnell. So bleibt uns nur, dass Schloss insgeheim weiterzuempfehlen - wir schieden in Wehmut - und alsbald wieder dorthin zurückzukehren. Wer unser Entzücken über das Wasserschloss vernähme, der womöglich gar in Süden wohnte, der raffe sich auf.

Arrangements dieses Hotels
Informationen zum Hotel
Wir freuen uns, dass Ihr Weg Sie zu unserem historischen Schloss nach Mellenthin auf die Insel Usedom geführt hat. Bei einer Mahlzeit in unseren Gasträumen oder einem Spaziergang durch den Park mit seinem alten Baumbestand, erahnen Sie sicher, dass die alten Mauern viel erzählen könnten. In der geographischen Mitte der Insel Usedom befand sich der Besitz derer von Neuenkirchen (Newkerken/Nienkerken). Dieser ist urkundlich seit 1335 belegt. 2001 kaufte die Familie Fidora das Schloss von der Gemeinde. Keller, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss wurden renoviert und ein Restaurant und Café eröffnet. Der Öffentlichkeit ist nur das Erdgeschoss zugänglich. Für geschlossene Gesellschaften wie Hochzeiten, Konfirmationen, Jubiläumsfeiern usw. stehen Räume im 1. Obergeschoss zur Verfügung.

Das Hotel ist harmonisch im Westflügel der Anlage integriert. Die Zimmer sind komfortabel, stilvoll und geschmackvoll mit Liebe zum Detail eingerichtet. Moderne und großzügig gestaltete Bäder mit feinstem Granit bieten Ihnen ein Wohlfühl- und Frischeerlebnis. Neueste Flachbildschirme bringen Ihnen Unterhaltung und aktuelle Informationen zum Tagesgeschehen. Durch warme Farben im gesamten Hotel entsteht eine gemütliche Atmosphäre, in der Sie vom Alltag abschalten und sich entspannen können. Nach einem erlebnisreichen Tag lassen Sie sich im hauseigenen Kosmetikinstitut oder Saunabereich verwöhnen.

Unser großzügig gestalteter Wellnessbereich bietet Ihnen die verschiedensten Möglichkeiten Körper und Geist in Einklang zu bringen. Sei's die klassische Sauna um neue Kräfte zu sammeln. Der Wechsel zwischen wohltuender Hitze und anschließender Abkühlung stärkt die Abwehrkräfte und den Kreislauf. Der ganze Stoffwechsel kommt auf Hochtouren. Und so nebenbei pflegt Saunabaden Ihre Haut und entschlackt. Wem die klassische finnische Sauna zu heiß oder zu trocken ist, für den bietet unser Saunarium eine ideale Alternative. Bei einer Temperatur von ca. 60°C und einer geregelten Luftfeuchtigkeit bis maximal 55% finden Sie ein besonderes schonendes und reizarmes Klima zum Entspannen und Wohlfühlen.
(Alle Angaben vom Hotelier)

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24 Hotelbewertungen im Überblick

5,6 von 6 Punkten 24 Bewertungen für
Das Hotel
5,79
Zimmer
5,65
Service & Personal
5,64
Gastronomie
5,77
Freizeit- und Wellnessangebote
4,92
Lage und Umgebung
5,28
5,29 Sehr gut
Bewertet am 19.05.2019
Schloss Romantik zu Zweit im Wasserschloss auf der Insel Usedom (Zwischensaison)

Altersgruppe
5,74 Exzellent
Bewertet am 28.04.2019
Schloss Romantik zu Zweit im Wasserschloss auf der Insel Usedom (Zwischensaison)

Altersgruppe 26-36