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Das sind die top Regionen auf Rügen zum Entspannen

Wer von euch kennt noch die bunten Apfelmännchen auf den Homecomputern der 90er Jahre? Diese nach einer Formel von Benoît Mandelbrot gezeichneten Gebilde zeigten damals anschaulich, dass ein Fraktal sich scheinbar endlos aus anderen Fraktalen zusammensetzt. Was hat das mit Rügen zu tun? Die größte Insel Deutschlands verteilt sich auf zahlreiche Halbinseln, die sich wiederum aus noch kleineren Halbinseln zusammensetzen. In so einer reich gegliederten Landschaft lässt es sich herrlich Urlaub machen, denn jeder Tag bringt eine neue Entdeckung. Möchtest du die gesamte Küstenlinie abschreiten, brauchst du etwas Zeit: Ihre Länge misst 597km. Zumindest die top Regionen Rügens solltest du unbedingt mal besuchen kommen. Ich stelle sie dir im Folgenden näher vor.

Rügen – eine Insel voller unterschiedlicher Landschaftsformen

Die reich gegliederte Küste Rügens setzt sich abwechselnd aus steil abfallenden Kreidefelsen und flachen Sandstränden zusammen. So kannst du von hoch oben auf die Ostsee hinausblicken und eine Stunde später auf einem feinsandigen Strand an derselben entlangwandern. Im Gegensatz zur Nordsee sind Ebbe und Flut in der Ostsee gering ausgeprägt. Stattdessen sorgen Winde für ein Trockenfallen flacher Gewässer. Ein Windwatt entsteht. Darüber freut sich die Vogelwelt, denn so ein Windwatt ist für die Vögel ein reich gedeckter Tisch. 

Es gibt einige Seen auf Rügen, doch beim Wasserwandern wirst du von den Bodden begeistert sein. Die Bodden sind mit der Ostsee verbundene Gewässer und deshalb genau genommen ein Teil des Meeres. Doch ihre verwinkelten Formen lassen sie wie große Seen wirken. Hier kannst du gemütlich mit dem Kanu fahren und Flora und Fauna am Gewässerrand beobachten.

Im Landesinneren findest du viele landschaftlich genutzte Flächen, durch die sich von Bäumen beschattete Alleen ziehen. Nicht umsonst ist Rügen der Startpunkt der längsten Ferienstraße der Bundesrepublik: der Deutschen Alleenstraße. Für Radfahrer stehen Landschaften bereit, die für Autos gesperrt sind und durch ihren flachen Verlauf jedem ein genussvolles Fahren ermöglichen. 

Rügen verfügt aber auch über Wälder. Die Buchenwälder auf der Halbinsel Jasmund zählen sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe. Sehr unterschiedlich sind die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel. Nicht nur die Landschaft wechselt, sondern auch der Lifestyle in den Unterkünften. An den Ostseeküsten reihen sich die noblen Seebäder der Kaiserzeit, im Landesinneren verstecken sich reetgedeckte Häuschen in einer Landschaft voller Rapsfelder. Dazwischen erlebt das eine oder andere Herrenhaus eine Nachnutzung als Wellness-Paradies.

1. Wohltuende Erholung zwischen Piratennest und Renaissancemauern

Der Große Jasmunder Bodden wirkt wie ein See, ist aber eine verwinkelte Bucht, deren Zugang zur Ostsee sich erst bei Hiddensee ganz im Westen der Insel öffnet. Doch der Weg dorthin ist weit und so kannst du mit dem Kanu genussvoll auf dem Wasser paddeln, ohne in die weite See hinauszutreiben. 

Manchmal knallt es jedoch, und Pulverschwaden wabern über das Wasser. Dann wurden in Ralswiek die Störtebeker Festspiele eröffnet. Die schaurige Ballade vom Freibeuter Störtebeker wird hier auf einer Freilichtbühne gezeigt, die sich zwischen dem Großen Jasmunder Bodden und dem Schloss Ralswiek erstreckt. Jedes Jahr ist ein anderer Teil aus Störtebekers Lebensgeschichte das Thema und so sind hier schon viele Kinder mit den Geschichten rund um diesen Piraten groß geworden. Das nahe Schloss im Stil der Neorenaissance beherbergt heute ein Hotel mit wohltuenden Wellness-Angeboten.

Das Hinterland gehört zum Muttland, das ist der Kernbereich der Insel Rügen. Hier dominiert der Ackerbau und dein Blick muss weit schweifen, um einen Hügel oder einen Wald zu erspähen. Dennoch hat ein findiger Unternehmer die wenigen Höhenmeter gut genutzt, um bei Bergen eine Sommerrodelbahn zu installieren. Die Rodelbahn führt vom Gipfel des Rugard (91m) hinunter. Auf diesem Hügel findest du mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Turm einen bemerkenswerten Aussichtspunkt. Durch seine Lage im Zentrum von Rügen bietet er einen umfassenden Blick auf die Insel.

2. Beim Fürsten in Putbus zu Besuch

Putbus Theater

Leben wie ein Fürst auf Rügen? In Putbus erfährst du mehr über den Adel, der hier einst residierte. 1810 ließ Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus eine Planstadt im klassizistischen Stil errichten. Ein bemerkenswertes Detail ist ein kreisrunder Platz, der Circus genannt wird. Dieser ist von mehreren klassizistischen Gebäuden gesäumt, die den Glanz der damaligen Fürstenstadt erahnen lassen. Nahezu alle Häuser sind in Weiß gehalten. Das brachte Putbus den Beinamen „Die weiße Stadt“ ein. Ganz in Weiß ist auch das Stadttheater gehüllt. Dessen nach altem Vorbild renovierter klassizistischer Theatersaal wird vom Theater Vorpommern bespielt.

Durch Putbus führt auch eine der Alleenstraßen, für die Rügen bekannt ist. Diese beginnt in Sellin und erreicht über Lancken-Granitz die Stadt. Von hier geht es dann weiter über Garz in Richtung Rügendamm. 1816 entstand nahe der Stadt mit dem Badehaus Goor das erste Seebad auf Rügen. Das Bauwerk beeindruckt mit seiner neoklassizistischen Kolonnade, die von 18 Säulen gebildet wird. Heute ist darin ein Hotel untergebracht, das neben anderem zwei Thermalsolebecken zum Entspannen anbietet. 

Ganz und gar ländlich geht es weiter draußen auf dem Rügischen Bodden zu. Setzt du vom Stadthafen Putbus auf die Insel Vilm über, triffst du dort auf viele Vögel, die das kleine Eiland als Rastplatz auserkoren haben.

3. Auf Seebrücken die Luft der Ostsee genießen

Binz und Sellin , gemeinsam teilen sie sich eine bemerkenswerte Bäderarchitektur und tolle Seebrücken zum Entlangschlendern. Binz gilt als das größte Seebad auf Rügen. Während seiner Hochblüte entstanden prächtige Villen statt großer Hotels. Daraus entwickelte sich eine Bäderarchitektur, für die die Ostseebäder bekannt sind. Bald darauf folgten auch größere Gebäude wie das Kurhaus und der Ort entwickelte ein mondänes Gepräge. 

Einen schönen Eindruck von dem Ort bekommst du, wenn du auf die 370m lange Seebrücke hinauswanderst. Spazierst du entlang der Promenade nach Norden, stößt du auf das längste Gebäude der Welt. Hier sollte in den 1930er Jahren ein 4,5km langes Gebäude für 20.000 Badegäste entstehen. Heute sind davon noch 2,5km zu sehen.

Verlässt du Binz in die südliche Richtung, gelangst du nach Sellin. Auch hier ist die mondäne Bäderarchitektur stark verbreitet. Die Seebrücke stellt aber ein Sahnebonbon unter den Brücken ihrer Art dar. An ihrem Beginn thront ein Restaurant, das durch seine feingliedrige Bauweise wie ein Schlösschen mit angeschlossener Orangerie wirkt. Setzt du deine Wanderung in den Süden fort, triffst du auf das Seebad Baabe. Westlich davon hast du die Gelegenheit, auf der Moritzdorfer Fähre einen der letzten Fährmänner Deutschlands kennenzulernen. Dieser bringt seine Fahrgäste mit kräftigen Ruderschlägen über die Baaber Bek und erspart ihnen einen längeren Weg, der um den Selliner See herumführt.

4. Frischer Wind auf der Halbinsel Wittow

Halbinsel Wittow

Auf der Halbinsel Wittow kannst du dir stets eine frische Brise um die Nase wehen lassen. Die über eine schmale Nehrung erreichbare Halbinsel wird deshalb auch gerne Windland genannt. Ganz im Norden erstreckt sich das berühmte Kap Arkona mit seinen Kreidefelsen. Ein deutlich sichtbarer Wall erinnert an die Jaromarsburg, die hier bis zum 12.Jh. als Kultstätte eines slawischen Stammes diente. 

Das markante Kap mit seinen weißen Wänden lässt sich von einem Fischerboot aus am besten erleben. Diese legen im nahen Fischerdorf Vitt ab. Das Dorf ist gar nicht so leicht zu entdecken. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden kleine keilförmige Einschnitte in die Steilküsten Rügens. In einer dieser Schluchten, Liete genannt, liegt die denkmalgeschützte Siedlung. Erst wenn du nahe genug herangekommen bist, wirst du die reetgedeckten Häuser der Fischer unter dir entdecken.

Eine der Hauptorte am Wieker Bodden ist die kleine Hafengemeinde Wiek. Eine lange Betonbrücke ragt hier merkwürdig ins Wasser, ohne an ein zweites Ufer zu gelangen. Dabei handelt es sich um die Kreidebrücke aus dem Jahre 1914. Sie diente als Verladebrücke für die auf Rügen abgebaute Kreide. Der zuverlässige Wind lädt natürlich dazu ein, sich in diesem Teil Rügens einmal als Windsurfer zu versuchen. Andere Urlaubsgäste suchen ihr Glück auf dem Rücken der Pferde. Mehrere Reiterhöfe bieten die Möglichkeit, auf geführten Touren entlang der Strände zu reiten.

5. Wandern in einem Weltnaturerbe auf der Halbinsel Jasmund

Die dunklen Buchenwälder auf der Halbinsel Jasmund laden zum Wandern ein. An der Ostseeküste brechen die Kreidefelsen je nach unten und geben den Blick auf ihr typisches Weiß frei. Hier ist die Natur noch in Bewegung. Immer wieder mal verschwindet ein kleiner Küstenteil durch abbrechende Felsen. Der markanteste Felsen ist der Königsstuhl. Mit seinen 118m ist er auch die höchste Erhebung auf der Insel Rügen. Im Nationalparkzentrum Königsstuhl erfährst du mehr über die Landschaften in diesem Teil der Insel. 

Unweit davon kannst du auf einem Baumwipfelpfad über dem Buchenwald wandern. Vom Turm auf dem Baumwipfelpfad kannst du bei schönem Wetter die Pylonen der Rügenbrücke auf der anderen Seite der Insel sehen.

Kreidefelsen

Unweit des Königsstuhls informiert Europas einziges Kreidemuseum über den Abbau und Nutzen von diesem Naturprodukt. Unter anderem wird die Kreide auch für das körperliche Wohlbefinden von uns Menschen eingesetzt. 

Die Wellnessbereiche zahlreicher Hotels auf der Insel bieten eine Behandlung mit der Rügener Kreide an. Auch auf der Halbinsel Jasmund wirst du mit Sassnitz einen Ort mit interessanter Bäderarchitektur entdecken. Ein architektonisches Detail ist die bemerkenswert geschwungene Hängebrücke, die den Ort mit seinem Hafen verbindet. Der Hafen selbst wirbt damit, über die längste Außenmole Europas zu verfügen.

6. Auf Entdeckungstour im Künstlerparadies Hiddensee

Hiddensee

Auf der Fahrt nach Hiddensee wirst du keine Autofähre entdecken, denn die Insel ist nahezu autofrei. Personen- und Gütertransporte finden mit Pferdekutschen statt. Hier kannst du auf deinen Wanderungen so richtig runterkommen. Vielleicht fallen dir die zahlreichen Sanddorngebüsche auf. Daraus machen die Menschen auf Hiddensee leckere Getränke von Fruchtsaft bis Likör. 

Die Insel war und ist auch bei Künstlern sehr beliebt. Berühmte Maler und Schriftsteller hatten hier ihre Sommerhäuser. Wundere dich nicht, wenn du auch heute noch Künstler an einer Staffelei vor dem Haus sitzen siehst. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Blaue Scheune in Vitte. Hier fanden in den 1920er Jahren regelmäßige Ausstellungen des „Hiddenseer Künstlerinnenbundes“ statt.

Während du gemütlich über die Insel wanderst, werden dir bestimmt merkwürdige Symbole auf den Wegweisern auffallen. Hier ist noch die Tradition lebendig, die einzelnen Gebäude mit eindeutigen Hausmarken zu bezeichnen. Und diese grafischen Ritzsymbole können sehr fantasievoll sein. Da private Autos auf der Insel tabu sind, eignet sich Hiddensee besonders gut für Radtouren. Während du die lang gestreckte Insel umrundest, kannst du mit viel Muße die Unterschiede zwischen den flachen Boddengewässern und der offenen Ostsee beobachten.

7. Mit dem Rasenden Roland auf der Halbinsel Mönchgut entschleunigen

Die Insel Rügen ist mit der Bahn gut erschlossen. Intercity-Verbindungen bringen dich von Großstädten wie Berlin, Hamburg und München direkt auf die Insel. Dazu benutzen die Züge den Rügendamm bei Stralsund und halten anschließend in Bergen, Sassnitz und Binz. Vom heutigen Hauptort Bergen fährt eine kleine Nebenbahn in die ehemalige Residenzstadt Putbus. Dort steht schon der Rasende Roland unter Dampf. Diese Schmalspurbahn schaukelt im gemütlichen Tempo durch die östliche Landschaft Rügens, bis sie in Göhren auf der Halbinsel Mönchgut endet. Dabei bedient sie auch wichtige Seebäder wie Binz und Sellin.

rasender Roland

An der Haltestelle Jagdschloss solltest du unbedingt einen Zwischenstopp einlegen und das Jagdschloss Granitz besuchen. Von seinem Turm hast du einen schönen Blick auf Rügen und die Wendeltreppe wird dein Fotografenherz begeistern. In Göhren angekommen, triffst du auf ein Seebad mit Villen im Stil der Bäderarchitektur. 

Eine schon seit Vorzeiten bekannte Sehenswürdigkeit ist hier der Findling Buskam. Dieser Stein ragt ca. 1,5m aus dem Wasser und regte seit jeher die Fantasie der Menschen an. Manche sahen auf ihm schon Meerjungfrauen tanzen.


Freitag, 04.Juni 2021 | von Marcel Müller